Kurz einordnen
Lagekarte
Redaktioneller Kartenausschnitt zur Orientierung. Mikrolage, Grundstück und Objektzustand müssen bei konkreten Immobilien adressgenau geprüft werden.
Überblick
Lage: Westen von Fürth; im Süden an die Würzburger Straße, im Osten an die Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg, im Norden an die Stadelner Straße gebunden; westlich grenzt jenseits des Main-Donau-Kanals Burgfarrnbach an.
Charakter: Mischung aus historischem Altort an der Unterfarrnbacher Straße, gewachsenen Wohnsiedlungen, lockerem Familienhausbestand, Teilen mit Mehrfamilienhäusern und kanalnahen bzw. gewerblichen Randlagen.
Bevölkerung: 5.971 Einwohner, Fläche 474 ha, also 13 Einwohner je ha; Datenstand 31.12.2021. Der Ausländeranteil lag bei 9,9 Prozent, der Anteil der über 65-Jährigen bei 19,5 Prozent. Hinweis: Das sind die neuesten frei auffindbaren amtlichen Bezirksdaten, also nicht tagesaktuell.
Immobilienbild: 33,7 Prozent der Wohnungen liegen in Einfamilienhäusern, 13,3 Prozent in Zweifamilienhäusern; zugleich gibt es nennenswerte MFH-Anteile. Der Bestand ist stark vom „mittleren Baualter“ geprägt; Altbau bis 1948 ist mit 8,5 Prozent unterdurchschnittlich.
Verkehrsanbindung: Buslinie 172 als Hauptachse Richtung Klinikum, Kulturforum, Rathaus und Hauptbahnhof; an der Station Fürth Klinikum bestehen Anschlüsse an U1 und S1. Würzburger Straße/B8 bleibt die wichtigste Straßenachse.
Lage und Struktur
Unterfarrnbach liegt im Westen des Stadtgebiets von Fürth. Lokal prägen vier klare Raumkanten die Orientierung: die Würzburger Straße im Süden, die Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg im Osten, die Stadelner Straße im Norden und der Main-Donau-Kanal als markante Westgrenze zu Burgfarrnbach.
Zur Fürther Innenstadt ist Unterfarrnbach klar westlich orientiert. Der historische Ortskern liegt laut der gängigen Ortsbeschreibung rund drei Kilometer nordwestlich des historischen Fürther Stadtkerns; in einer östlicheren Wohnlage wie der Hamburger Straße werden etwa 2,7 Kilometer Luftlinie zur Stadtmitte ausgewiesen. Für Nürnberg lässt sich sinnvoll nur eine Schätzung angeben: je nach Zielpunkt liegen weite Teile Unterfarrnbachs grob im Bereich von rund 10 bis 12 Kilometern bis Nürnberg Hauptbahnhof bzw. Innenstadt; verlässlich belegbar ist vor allem, dass Unterfarrnbach über U1/S1 und den Buskorridor Richtung Klinikum/Hauptbahnhof sehr eng in den Großraum Nürnberg eingebunden ist.
Nachbarbezüge sind im Alltag wichtiger als statistische Grenzen. Praktisch orientiert sich Unterfarrnbach nach Westen an Burgfarrnbach, nach Norden an Atzenhof, nach Süden an Hardhöhe bzw. den Korridor der Würzburger Straße und nach Osten an Schwand beziehungsweise die Bahn- und Klinikumslage. Diese Einordnung ist nicht nur kartografisch interessant, sondern erklärt auch, warum manche Adressen eher „grün und familienhausgeprägt“ wirken, während andere funktional stärker vom Verkehr oder vom Klinikum-/B8-Raum geprägt sind.
Stadtstrukturell fällt auf, dass Unterfarrnbach für Fürther Verhältnisse eher locker besiedelt ist. 474 Hektar Fläche und 5.971 Einwohner ergeben 13 Einwohner je Hektar; der Pkw-Bestand liegt mit 608 Pkw/Kombi je 1.000 Einwohner deutlich über dem Stadtdurchschnitt. Das passt zur eher peripheren Lage, zum hohen Anteil familienhausgeprägter Bausubstanz und zur offiziell festgestellten unterdurchschnittlichen fußläufigen Nahversorgung.
Geschichte und Entwicklung
Unterfarrnbach wurde 1303 als „Nidern Farhembach“ erstmals urkundlich erwähnt. 1349 wurde der Ort der Pfarrei St. Johannis in Burgfarrnbach zugewiesen. Die ältere Entwicklung war also klar dörflich-kirchlich und eng mit Burgfarrnbach verbunden. Für den aus heutiger Sicht wichtigen Identitätskern des Stadtteils bedeutet das: Unterfarrnbach war lange kein „Vorstadtanhang“, sondern ein eigenständiger, ländlich geprägter Ort mit eigener Entwicklungstradition.
Am 1. Januar 1918 wurde Unterfarrnbach zusammen mit Atzenhof nach Fürth eingemeindet. Damit verschob sich die Perspektive vom Dorf zum westlichen Stadtteil. Spätestens mit der kommunalen Einbindung, den Siedlungserweiterungen des 20. Jahrhunderts und dem Ausbau überregionaler Infrastruktur wandelte sich der Ort von einer bäuerlichen Siedlung zu einem Wohn- und Mischnutzungsraum mit unterschiedlich stark urbanisierten Teilbereichen.
Ein echter Strukturbruch erfolgte mit dem Bau des Main-Donau-Kanals; der Flächennutzungsplan der Stadt Fürth beschreibt ausdrücklich, dass der Kanal im Stadtgebiet 1972 fertiggestellt wurde und im Stadtgefüge eine deutliche Zäsur setzte. Für Unterfarrnbach heißt das konkret: Westlich entstand eine harte Entwicklungsgrenze Richtung Burgfarrnbach, zugleich brachte der kanalnahe Raum neue verkehrliche und wirtschaftliche Funktionen mit sich. Der Fürther Hafen liegt teilweise in Unterfarrnbach bzw. im umgebenden Gebiet.
Auch im Schulwesen ist diese gewachsene Eigenständigkeit noch ablesbar. Die Fürther Schulgeschichte dokumentiert für Unterfarrnbach das Schulhaus im Ligusterweg; die heutige Denkmalliste führt dort das 1884 errichtete Schulhaus mit späterer Aufstockung. Das ist deshalb mehr als eine Randnotiz, weil es den seltenen materiellen Link zwischen dörflicher Vergangenheit und gegenwärtigem Stadtteilbild liefert.
Ortsbild und Bebauung
Das Ortsbild von Unterfarrnbach ist kein einheitliches Ensemble, sondern ein Übergang aus historischem Altort, gewachsenen Siedlungsstraßen, nachkriegszeitlichen Wohnquartieren und neueren Entwicklungsflächen. Im statistischen Bestand ist das deutlich sichtbar: Nur 8,5 Prozent der Wohnungen liegen in Altbauten bis 1948, 88,6 Prozent in Gebäuden mittleren Baualters und 2,9 Prozent in Neubauten ab 2017. Wer Unterfarrnbach nur als „altes Dorf“ beschreibt, trifft also nur einen kleinen Teil des tatsächlichen Bestands.
Ebenso wichtig ist die Typologie des Wohnens. 33,7 Prozent der Wohnungen liegen in Einfamilienhäusern und 13,3 Prozent in Zweifamilienhäusern. Gleichzeitig gibt es mit 24,3 Prozent Wohnungen in MFH mit 3 bis 6 Einheiten und 28,7 Prozent in größeren Mehrfamilienhäusern eine relevante verdichtete Komponente. Für die Praxis heißt das: Unterfarrnbach ist weder reines Reihenhausgebiet noch klassischer Blockrandstadtteil, sondern ein gemischter Wohnstandort mit teils sehr unterschiedlicher Käufer- und Mieteransprache von Straße zu Straße.
Das prägendste historische Rückgrat bleibt die Unterfarrnbacher Straße mit dem alten Ortskern. Hier sitzen mehrere Baudenkmäler, die den Stadtteil architektonisch erden: das Schulhaus am Ligusterweg 10 von 1884, das Kriegerdenkmal an der Unterfarrnbacher Straße von 1922, die Hofanlage mit Gasthaus an der Unterfarrnbacher Straße 174 sowie das Gasthaus an der Unterfarrnbacher Straße 186. Auch die Hausnummern 191/193, 196 und 199 stehen in der Denkmalliste. Entscheidend ist dabei: Unterfarrnbach lebt nicht von einem großen geschlossenen Altstadtensemble, sondern von solchen Einzeldenkmalen und Reststrukturen der historischen Dorfmitte.
Südlich und südöstlich des Altorts verschiebt sich das Bild deutlich. Dort überwiegen funktionalere Wohnstraßen, teils mit Einfamilien- und Doppelhäusern, teils mit Nachkriegs- und späteren Mehrfamilienhausstrukturen. Gleichzeitig macht die amtliche Wohnlagenlogik des Fürther Mietspiegels deutlich, dass Unterfarrnbach modellhaft der Wohnlage 3 zugeordnet ist und damit im Mietspiegel einen Abschlag von 0,31 Euro/m² erhält. Das ist ausdrücklich keine pauschale Abwertung aller Mikrostandorte, sondern ein statistischer Lageeffekt im Gesamtstadtvergleich. Gute Straßenlagen in Unterfarrnbach können im Markt dennoch stark nachgefragt sein.
Naturräumlich gehören das Farrnbachtal, die kanalnahen Bereiche und die offenen Grünräume zu den stillen Qualitäten des Ortsbilds. Die städtische Landschaftsschutzverordnung nennt das Farrnbachtal mit ca. 131 Hektar als geschützten Talraum zwischen westlicher Stadtgrenze und Vacher Straße; dazu kommen einzelne geschützte Landschaftsbestandteile wie Nasswiesen und Auwaldfragmente im Unterfarrnbacher Bereich. Gerade diese Übergänge zwischen Siedlung und offener Landschaft unterscheiden Unterfarrnbach positiv von dichter bebauten Fürther Quartieren.
Infrastruktur und Alltag
Im ÖPNV ist Unterfarrnbach besser angeschlossen, als die periphere Lage zunächst vermuten lässt. Offiziell nennt der VGN für Fürth besonders U1, S1 und die Buslinie 172 als zentrale Linien; am Knoten Fürth Klinikum treffen U-Bahn, S-Bahn und mehrere Buslinien zusammen. Die Umgebungspläne des VGN zeigen dort unter anderem die Linien 125, 126, 171 und 172. Für den Stadtteil ist die 172 die wichtigste direkte Alltagslinie Richtung Klinikum, Kulturforum, Rathaus und Fürth Hauptbahnhof.
Straßenseitig bleibt die Würzburger Straße die zentrale Ost-West-Achse und gleichzeitig die klassische Ambivalenz des Stadtteils: gute Erreichbarkeit auf der einen, Barriere- und Lärmwirkung auf der anderen Seite. Der Fürther Lärmaktionsplan führt die Würzburger Straße wie auch die Unterfarrnbacher Straße ausdrücklich als lärmbelastete Korridore; bei Verkäufen und Vermietungen ist das an straßennahen Adressen ein relevanter Preis- und Vermarktungsfaktor. Zugleich sorgt die Achse für schnelle Verbindungen in die Innenstadt, nach Burgfarrnbach und zum übergeordneten Straßennetz.
Im Schulbereich ist Unterfarrnbach alltagstauglich angebunden. Die Farrnbach-Grundschule verfügt über ein weiteres Schulhaus am Ligusterweg 10 in Unterfarrnbach; die Rechtsverordnung der Volksschulen nennt den Ligusterweg ausdrücklich als Schulort für den Gemeindeteil. Für Familien ist das ein echter Standortvorteil, weil Grundschule und Wohnlage im Viertel räumlich eng verzahnt bleiben.
Bei den Kitas gibt es mindestens zwei klar dokumentierte Einrichtungen im oder unmittelbar am Stadtteilraum: die evangelische Kita „St. Johannis II Mühltalstrolche“ in der Mühltalstraße 122 mit vier Kindergartengruppen und 100 Plätzen sowie die evangelische Kita „St. Johannis I“ an der Würzburger Straße 451. Für Familien mit Kleinkindern ist das ein solides Basisset; wie in vielen Teilen Fürths bleibt die tatsächliche Platzverfügbarkeit aber ein separates Thema und nicht automatisch aus der reinen Existenz von Einrichtungen abzuleiten.
Bei der Nahversorgung ist Unterfarrnbach weniger komfortabel als die reine Stadtteilgröße vermuten lässt. Die 2023 vorgelegte Nahversorgungsanalyse der Stadt Fürth nennt Unterfarrnbach ausdrücklich als Bereich mit Abdeckungslücken bei fußläufig erreichbaren qualifizierten Nahversorgungsangeboten; für die Gesamtstadt wird dort ein fußläufiger Orientierungsradius von 600 bis 800 Metern angesetzt. Im Alltag funktioniert Versorgung häufig über Bus, Rad, Auto oder angrenzende Bereiche. Für Eigentümer ist das ein wichtiger Bewertungsaspekt: Was für autoflexible Haushalte gut funktioniert, kann für ältere Käufer oder Mieter ohne Auto ein Minuspunkt sein.
Medizinisch profitiert Unterfarrnbach stark von der Nachbarschaft zum Klinikum Fürth, das an der Jakob-Henle-Straße 1 liegt und von der Stadt als gut vernetzt beschrieben wird. Für die Mikroversorgung sind im Kieselbühl-/Hansastraßen-Raum Apotheken und einzelne Praxen greifbar; der Alltagseindruck ist also eher „versorgungstauglich mit Schwerpunkt Klinikum“ als „dichtes Ärztecluster im Altort“.
In der Freizeit- und Grüninfrastruktur punktet Unterfarrnbach stark. Die Stadt listet mehrere Spielplätze im Stadtteil, darunter Am Kieselbühl, Hermann-Köhl-Straße, Rostocker Straße und Unterfarrnbacher Straße. Besonders der naturnah gestaltete Spiel- und Bolzplatz Am Kieselbühl ist mit rund 6.000 Quadratmetern ein echtes Argument für Familien. Hinzu kommen der kanalnahe Freiraum, der Landschaftsraum des Farrnbachtals und die Nähe zum Fürther Stadtwald bzw. zu Ausflugszielen wie dem Felsenkeller.
Immobilienmarkt, Wohnlagen und Eigentümerperspektive
Beim Mietmarkt ist der qualifizierte Fürther Mietspiegel 2025 die belastbarste öffentlich zugängliche Quelle. Für Unterfarrnbach gilt dort die Wohnlage 3 mit einem Lageabschlag von 0,31 Euro/m² gegenüber der Basismiete; diese Basismiete errechnet sich stadtweit über Wohnfläche und wird anschließend durch Baujahr, Ausstattung, energetische Merkmale, Wohnlage und eventuellen Nachtlärm angepasst. Beispielhaft liegt die Basis-Nettokaltmiete bei 75 m² im Mietspiegel bei 7,64 Euro/m²; die tatsächliche ortsübliche Vergleichsmiete kann je nach Objektqualität und Lage davon deutlich abweichen. Für Vermieter ist wichtig: Der Mietspiegel bildet Bestandsmieten bzw. die ortsübliche Vergleichsmiete ab, nicht automatisch frei verhandelbare Neuangebotsmieten.
Für die Wertermittlung in Unterfarrnbach zählen in der Praxis vor allem fünf Faktoren. Erstens die Mikrolage: ruhige Seitenstraßen, altdorfnahe Abschnitte oder grünraumbezogene Lagen funktionieren anders als Adressen an der Würzburger Straße, Unterfarrnbacher Straße oder in gewerblich geprägten Randbereichen. Zweitens die Grundstücksgröße und Bebaubarkeit: Bei Ein- und Zweifamilienhäusern wirkt sich nutzbarer Gartenanteil oft stark auf den Marktwert aus. Drittens das Baujahr: Unterfarrnbach lebt statistisch vom mittleren Baualter, sodass Modernisierungstiefe und energetischer Zustand die reinen Baujahrsdaten häufig überholen. Viertens die Erschließung und verkehrliche Lage, inklusive Stellplätzen, ÖPNV-Nähe und Straßenlärm. Fünftens Sonderthemen wie Denkmalschutz, Hochwasserbezug oder Sanierungsrückstau.
Die Chancen für Eigentümer sind im Kern klar: Unterfarrnbach bietet einen stabilen Familienmarkt, einen hohen Anteil familienhausgeeigneter Wohnformen, grüne Nahbereiche und eine gute Erreichbarkeit in die Fürther City. Der relativ hohe Pkw-Besatz und die periphere Lage passen zu einer Käuferschicht, die eher auf Haus, Garten, Stellplatz und Wohnruhe achtet als auf urbane Laufkundschaft. Gute Einfamilienhauslagen oder sinnvoll modernisierte Häuser mit ordentlichem Grundstück lassen sich deshalb meist deutlich leichter positionieren als formal ähnliche Objekte in schwächeren Mikrolagen.
Die Risiken sind ebenso benennbar. Erstens kann fehlende fußläufige Nahversorgung die Zielgruppe einschränken, vor allem bei älteren Eigentumswohnungen ohne Autoaffinität. Zweitens wirken Würzburger Straße und Teile der Unterfarrnbacher Straße lärmsensibel. Drittens sind an der Farrnbach Überschwemmungsthemen rechtlich relevant; die Fürther Überschwemmungsgebietsverordnung beschreibt das festgesetzte Überschwemmungsgebiet für ein HQ100 explizit. Viertens können Denkmalobjekte in der Vermarktung attraktiv sein, bringen aber oft zusätzliche Abstimmungs- und Genehmigungsanforderungen mit sich.
Auch energetisch sollten Eigentümer derzeit sehr genau hinschauen. Nach aktueller Bundeslage gilt in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern für den Einbau neuer Heizungen grundsätzlich spätestens nach dem 30. Juni 2026 die 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Logik; gleichzeitig weist die Verbraucherzentrale darauf hin, dass für Juli 2026 eine Neugestaltung des Gesetzes angekündigt ist. Für Bestandsobjekte mit älterer Technik heißt das: Beratung, Timing und belastbare Objektprüfung sind aktuell wichtiger als pauschale Aussagen. Ergänzend bleibt bestehen, dass bestimmte alte Heizkessel auszutauschen sind und dass bei Eigentümerwechseln in bestimmten Ein- und Zweifamilienhäusern Pflichten etwa zur Außerbetriebnahme alter Kessel oder zur Dämmung greifen können.
Wohnlagen und kuratierte Straßen
Die folgende Auswahl ist kein vollständiges Straßenverzeichnis, sondern eine kuratierte Liste markt- und orientierungsrelevanter Straßen bzw. Teilräume in Unterfarrnbach.
Straße / Quartier: Einordnung für die Immobilienpraxis.
Unterfarrnbacher Straße: Historische Hauptachse des Altorts; heterogen, teils Denkmalbestand, teils Durchgangsbezug.
Ligusterweg: Schulstandort, dörflich-historischer Bezug.
Am Kieselbühl: wichtig für Familien wegen Spiel- und Bolzplatz; Übergang zwischen Wohnlage und Freiraum.
Hansastraße: alltagsrelevanter Versorgungsbezug im Kieselbühl-Raum.
Hamburger Straße: gewachsene Wohnstraße im östlicheren Siedlungsbereich.
Wie „gut“ ist Unterfarrnbach als Wohnlage in Fürth?
Unterfarrnbach ist am treffendsten als solide bis gute, stark mikrolagenabhängige Wohnlage zu beschreiben. Pluspunkte sind Familienhaustypologien, Freiraumnähe, ordentliche ÖPNV-Verknüpfung und die schnelle Erreichbarkeit der Fürther Innenstadt. Abzüge entstehen an lärmbelasteten Straßen, bei unterdurchschnittlicher fußläufiger Nahversorgung und in hochwasserrelevanten Randbereichen der Farrnbach. Der Mietspiegel ordnet den Bezirk statistisch der Wohnlage 3 zu; das ist ein Modellergebnis, ersetzt aber keine Einzelfallbewertung.
Welche Immobilientypen sind in Unterfarrnbach typisch?
Typisch ist ein gemischter Bestand mit relativ hohem Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern, ergänzt um Mehrfamilienhäuser und einzelne neuere Wohncluster. Historische Hof- und Gasthausstrukturen finden sich vor allem entlang der Unterfarrnbacher Straße, während die jüngeren Wohnlagen stärker von Nachkriegs- und späteren Siedlungsformen geprägt sind.
Was ist beim Verkauf eines Hauses in Unterfarrnbach besonders wichtig?
Am wichtigsten sind Mikrolage, Grundstückszuschnitt, energetischer Zustand, Lärmeinfluss und die klare Zielgruppenansprache. Ein modernisiertes Familienhaus in ruhiger Lage funktioniert marktseitig ganz anders als ein sanierungsbedürftiges Objekt an einer Hauptstraße. Bei denkmalgeschützten oder hochwasserrelevanten Lagen müssen Unterlagen, Genehmigungslage und Risikoaufklärung besonders sauber vorbereitet werden.
Immobilienrelevante Einordnung für Eigentümer
Für Eigentümer in Unterfarrnbach ist die wichtigste Aufgabe, den Ortsteil nicht pauschal zu verkaufen. Käufer wollen verstehen, welche konkrete Mikrolage vorliegt: eher ruhig, verkehrsnah, grünorientiert, historisch, familiengeeignet, verdichtet oder stärker durch Gewerbe und Infrastruktur geprägt. Genau diese Einordnung sollte vor Fotos, Exposé und Preisveröffentlichung stehen.
Praktisch zählen bei fast jedem Objekt Baujahr, Modernisierung, Energieausweis, Dach, Fenster, Heizung, Leitungen, Grundriss, Stellplatz, Garten oder Balkon sowie der Zustand des Gemeinschaftseigentums. Bei älteren Gebäuden kommen Bauakte, genehmigte Nutzung, Anbauten, Feuchte, Keller und mögliche Denkmalschutz- oder Erhaltungsthemen hinzu.
Für den Angebotspreis sollte Unterfarrnbach nicht als einzelner Durchschnittswert behandelt werden. Sinnvoller ist eine Herleitung aus Bodenrichtwert, Vergleichsfällen, Mietspiegel-Logik, Objektzustand, Grundstück, Mikrolage und Zielgruppe.
Typische Käuferfragen
Käufer prüfen in Unterfarrnbach vor allem, ob Alltag und Preis zusammenpassen. Dazu gehören Wege zu Einkauf, Schule, Kita, Bus, U-Bahn oder Bahn, die tatsächliche Lärmsituation, Parken, Fahrradabstellplätze, Grünbezug, Freizeitqualität und die Frage, ob die Immobilie ohne größere Überraschungen nutzbar ist.
Bei Wohnungen rücken Hausgeld, Rücklagen, Protokolle, Teilungserklärung, Sanierungsbeschlüsse, Aufzug, Fassade, Dach und Heizung in den Vordergrund. Bei Häusern zählen Grundstückszuschnitt, Zufahrt, Garten, Garage, Modernisierung und mögliche Erweiterbarkeit stärker. Bei vermieteten Objekten sind Mietverträge, Miethöhe, Nebenkosten, Instandhaltung und Entwicklungsspielraum entscheidend.
Unterlagen und Prüfpunkte
Vor dem Verkauf sollten Grundbuchauszug, Flurkarte, Bauakte, Grundrisse, Wohnflächenberechnung, Energieausweis und Modernisierungsnachweise vorliegen. Bei WEG-Objekten gehören Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung, Jahresabrechnungen, Wirtschaftsplan, Rücklagenstand und Eigentümerversammlungsprotokolle dazu.
Bei besonderen Lagen in Unterfarrnbach sollte zusätzlich geprüft werden, ob Lärm, Hochwasser, Starkregen, Denkmalschutz, Baulasten, Bebauungsplan, Erschließung oder angrenzende Gewerbe-/Verkehrsnutzungen eine Rolle spielen. Eine frühe, ehrliche Klärung ist meist stärker als eine glatte Lageformulierung, weil Käufer diese Punkte vor einer Entscheidung ohnehin prüfen.
Häufige Fragen
Ist Unterfarrnbach ein einheitlicher Immobilienmarkt? Nein. Der Ortsteil muss nach Straße, Gebäudetyp, Baujahr, Zustand und konkretem Umfeld gelesen werden.
Gibt es einen pauschalen Marktpreis für Unterfarrnbach? Öffentlich belastbar nicht als ein einzelner Wert. Eine seriöse Bewertung braucht Objektprüfung, Vergleichsdaten und Mikrolage.
Worauf sollten Eigentümer besonders achten? Auf vollständige Unterlagen, ehrliche Mikrolage, nachvollziehbare Modernisierungshistorie und eine Zielgruppe, die wirklich zum Objekt passt.
