Zirndorf · Ortsteilprofil

Zirndorf-Lind: Stadtteilprofil, Wohnlagen und Immobilien

Lind ist ein Ortsteil der Stadt Zirndorf, der seit der Gemeindegebietsreform 1976 zur Stadt gehört und historisch deutlich älter ist: Die erste urkundliche Nennung reicht bis 1372 zurück. Der Ort verbindet einen dörflichen Ursprung mit klar erkennbaren Wohnbauphasen des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts; dafür sprechen sowohl die starke Einwohnerzunahme seit 1950 als auch mehrere für Lind einschlägige Bebauungspläne aus 1983 und 2008.

Kurz einordnen

Lind wird als eigene Zirndorfer Wohnlage eingeordnet.
Für die Bewertung zählen konkrete Mikrolage, Baujahr, Zustand, Grundstück und Unterlagen.

Lagekarte

Redaktioneller Kartenausschnitt zur Orientierung. Mikrolage, Grundstück und Objektzustand müssen bei konkreten Immobilien adressgenau geprüft werden.

Lage, Abgrenzung und Einordnung

Zirndorf liegt laut Stadtbeschreibung „vor den Toren Nürnbergs und Fürths“, eingebettet in die Hügel des Rangaus; diese übergeordnete Lage ist auch für Lind relevant, weil der Ortsteil am südwestlichen Rand des Stadtgebiets den ländlicheren, offeneren Teil der Stadtstruktur repräsentiert.

Administrativ ist Lind ein Ortsteil der Stadt Zirndorf. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Lind am 1. Januar 1976 zusammen mit Anwanden, Leichendorf und Wintersdorf aus der früheren Gemeinde Leichendorf nach Zirndorf eingegliedert.

Rehdorf. Ebenfalls genannt werden die westlich anschließenden Offenland- und Hügellagen um den Linder Buck und den Eichelberg.

Für die Erreichbarkeit ist Lind nicht isoliert, aber klar ortsteiltypisch angebunden. Der VGN verweist für Zirndorf allgemein auf ein dichtes Verbundsystem; für Lind konkret ist die Buslinie 151 maßgeblich. Diese verbindet Zirndorf mit Lind und Anwanden; im Linienverlauf werden unter anderem Zirndorf Bahnhof, Zirndorf Playmobil-FunPark, die Haltestelle „Lind (b. Zirnd.) Tulpenstr.“ sowie Anwanden Bahnhof bedient.

Für eine vollständige, frei zugängliche Straßenübersicht nennt das nichtamtliche Straßenverzeichnis für Lind unter anderem Ahornstraße, Jasminstraße, Kiefernweg, Lindenstraße, Narzissenstraße, Nelkenstraße, Oleanderstraße, Rosenstraße, Tulpenstraße und Ulmenstraße. Für die amtliche Orientierung empfiehlt sich zusätzlich der Digitale Ortsplan der Stadt Zirndorf.

Geschichte, Ortsbild und Bebauung

Lind wurde laut Stadt Zirndorf erstmals 1372 urkundlich erwähnt. Um 1430 gehörte der Ort zur Pfarrei Zirndorf; nach der Verödung im Dreißigjährigen Krieg ist erst 1681 wieder ein Einwohner nachweisbar. Noch 1824 war Lind ein kleiner Weiler mit sechs Wohngebäuden und 33 Einwohnern; 1950 standen dort erst neun Wohngebäude mit 79 Bewohnern. Im Jahr der Eingemeindung 1976 lebten in Lind bereits 478 Einwohner.

Diese Entwicklung ist für das heutige Ortsbild zentral. Lind war historisch ein Kleinort und ist erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich gewachsen. Eine ergänzende Sekundärquelle zeigt dieselbe Tendenz: von 79 Einwohnern 1950 über 251 im Jahr 1961 und 366 im Jahr 1970 bis zu mehr als 600 Einwohnern in den späten 1980er Jahren. Für das Ortsbild spricht das klar für eine Nachkriegs- und vor allem Spätphase der Wohnsiedlungsentwicklung mit Einfamilienhaus- und kleinteiliger Wohnbebauung neben dem älteren Dorfkern.

Planungsrechtlich lässt sich diese bauliche Entwicklung gut greifen. Die Stadt Zirndorf führt für Lind mehrere einschlägige Bebauungspläne: „Lind Süd“ und „Lind West“ mit Rechtskraft vom 4. März 1983 sowie „Lind 1“ mit Rechtskraft vom 22. Februar 2008. Im Plan „Lind 1“ bleibt der Änderungsbereich ausdrücklich als Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen; zusätzlich verweist eine Ergänzungssatzung von 2004 auf Flächen östlich der Ulmenstraße. Diese Konstellation deutet auf ein gewachsenes, abschnittsweise nachgesteuertes Wohngebiet mit mehreren Bauphasen hin.

Das ortsbildprägende Inventar ist eher funktional als monumental. Besonders eindeutig verifiziert sind der Friedhof Lind in der Ulmenstraße sowie der Kindergarten „Lindwürmchen“ an derselben Straße. Zusammen ergeben diese Punkte einen Ortsteil, dessen Erscheinungsbild von Wohnen, kleinem Gemeinbedarf und offenen Rändern geprägt ist.

Zur Denkmalfrage ist Vorsicht wichtiger als Vollständigkeit. In den aktuell frei zugänglichen amtlichen Denkmallisten-Treffern für Zirndorf konnten für Lind selbst keine heute eindeutig innerhalb des Wohngebiets verifizierten Baudenkmäler herausgearbeitet werden; in den Treffern genannt werden jedoch Grenzsteine der Flurmarkungen Leichendorf und Oberasbach nordöstlich des Ortes Lind. Für eine rechtsverbindliche Einzelprüfung bleibt die amtliche Denkmalauskunft des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege maßgeblich.

Infrastruktur und Alltag

Lind ist kein voll ausgestatteter Stadtteil mit eigenem Zentrum, aber im Alltag funktional. Innerhalb des Ortsteils liegt mit dem AWO-Kindergarten „Lindwürmchen“ eine zentrale Betreuungseinrichtung direkt in der Ulmenstraße. Für Kinder und Familien kommen ein Spielplatz und ein Bolzplatz hinzu; das spricht für eine klar wohnaffine Alltagsstruktur.

Bei Schulen verlagert sich die Infrastruktur in den Hauptort Zirndorf. Die Stadt führt dort unter anderem die Grundschule II in der Bahnhofstraße 38 und die Mittelschule Zirndorf in der Volkhardtstraße 5; im Digitalen Ortsplan ist zudem die Staatliche Realschule Zirndorf in der Jakob-Wassermann-Straße 1 verzeichnet. Für Lind relevant ist dabei nicht nur die Existenz dieser Schulen, sondern auch die praktische Erschließung: Die Schulbusinformationen der Mittelschule nennen „Lind Tulpenstraße“ als Abfahrtsort.

Die ÖPNV-Anbindung ist für einen kleinen Ortsteil solide, aber klar busbasiert. Die Stadt ordnet Zirndorf zentral in den VGN ein; für Lind ist die Buslinie 151 der wichtigste Baustein. Sie verbindet Lind mit Zirndorf Bahnhof und Anwanden Bahnhof. Für Pendler bedeutet das: Die direkte Schienenlage fehlt im Ortsteil selbst, aber die Verknüpfung zum Bahnhof in Zirndorf und zur S-Bahn in Anwanden ist vorhanden.

Auch für den Rad- und Fußverkehr hat sich die Lage verbessert. Nach den Haushaltserläuterungen des Landkreises Fürth wurde der Geh- und Radweg Anwanden–Lind im November 2023 fertiggestellt. Das stärkt nicht nur die Verkehrssicherheit auf der wichtigen Verbindung, sondern verbessert auch die Anbindung an den Bahnhof Anwanden und die dortige regionale Pendlerachse.

Die digitale Infrastruktur ist als Chance zu lesen. Laut Jahresbericht der Stadt Zirndorf baut die Telekom seit 2024 ein Glasfasernetz für über 13.000 Haushalte und Unternehmen auf; nach Fertigstellung gehören ausdrücklich auch Lind, Leichendorf, Anwanden, Banderbach und Weiherhof zu den Erschließungsgebieten. Für Wohnlagen wie Lind ist das ein relevanter Standortfaktor für Homeoffice, Streaming und digitale Wertstabilität.

Immobilienrelevanz, Zielgruppen sowie Risiken und Chancen

Immobilienseitig ist Lind ein klassischer Mikrolagen-Ortsteil. Die historische Entwicklung vom Weiler zum Wohnort, die Wohngebietsplanung in mehreren Bauphasen und das Straßennetz mit vielen kleinen Anliegerstraßen sprechen dafür, dass sich der Markt stark über Lagefeinheiten innerhalb des Ortsteils differenziert: innere Wohnstraßen wirken ruhiger, während an Verbindungsachsen wie der Ulmenstraße eher mehr Bewegung zu erwarten ist.

Für Eigentümer ist das wichtig, weil in Lind nicht nur Objektmerkmale zählen, sondern auch die Einbettung im Ort: Lage an ruhiger 30-km/h-Wohnstraße, Nähe zu Kindergarten und Spielplatz, Randlage am Offenland oder Erschließung über die stärker frequentierte Verbindung. Eine pauschale „Lind-Bewertung“ wäre daher zu grob; sinnvoll ist eine mikrolagenbezogene Wertermittlung nach Baujahr, Sanierungsstand, Grundstückszuschnitt und Exposition.

Für Käufer ist Lind besonders interessant, wenn ein ruhiger Wohnort mit eher kleinteiliger Struktur gesucht wird, ohne ganz vom Stadt- und Pendlernetz abgeschnitten zu sein. Familien finden im Ort selbst Kindergarten, Spiel- und Bolzplatz; Pendler profitieren von der Linie 151 nach Zirndorf Bahnhof und Anwanden Bahnhof sowie vom fertiggestellten Geh- und Radweg nach Anwanden. Wer dagegen eine urbane, stark fußläufige Nahversorgung erwartet, wird in Lind eher einen Kompromiss eingehen.

Für Investoren ist Lind selektiv interessant. Verfügbar sind auf Stadtebene der Zirndorfer Mietspiegel 2024 sowie die Möglichkeit, Bodenrichtwerte über BORIS Bayern abzurufen. Für eine belastbare Investmentprüfung braucht es deshalb zwingend objektspezifische Marktbeobachtung und Vergleichsfälle; pauschale Renditeaussagen wären hier nicht seriös.

Die Chancen liegen klar in der Wohnruhe, in der kleinteiligen Familieninfrastruktur, in der Anbindung an Zirndorf bzw. Anwanden und in infrastrukturellen Aufwertungen wie Glasfaser und Radweg. Hinzu kommt, dass Lind in einer Stadt liegt, die ihrerseits unmittelbar im Einzugsbereich von Nürnberg und Fürth positioniert wird.

FAQ

Lind ist heute verwaltungsrechtlich Teil der Stadt Zirndorf, wirkt im Alltagsbild aber deutlich ländlicher und kleinteiliger als der Hauptort. Die Geschichte als Weiler, die späte starke Wachstumsphase und das Wohnstraßennetz mit vielen Anliegerstraßen erklären diesen Charakter gut.

Bebauungspläne wie „Lind Süd“, „Lind West“ und „Lind 1“ sowie die Ausweisung eines Allgemeinen Wohngebiets stützen die Einordnung als Einfamilienhaus- und Wohnlagenortsteil.

Im Ortsteil selbst ist die Buslinie 151 der wichtigste öffentliche Anschluss. Sie bedient Lind über die Haltestelle Tulpenstraße und verbindet den Ortsteil unter anderem mit Zirndorf Bahnhof und Anwanden Bahnhof; darüber sind weitere Verbindungen in Richtung Nürnberg erreichbar.

Ja. Mit dem AWO-Kindergarten „Lindwürmchen“ gibt es eine direkte Betreuungseinrichtung im Ortsteil in der Ulmenstraße 14. Zusätzlich nennt die Stadt einen Spielplatz und einen Bolzplatz in Lind.

Verfügbar sind stadtweite Instrumente wie der Zirndorfer Mietspiegel 2024 und Bodenrichtwertauskünfte über BORIS Bayern; für eine echte Lind-Bewertung braucht es daher die objektspezifische Einzelfallanalyse.